Das Projekt

Im Dachprojekt „Arbeitsmarkt“ sollen grenzübergreifende Aktivitäten im Norden der deutsch-niederländischen Grenzregion initiiert und unterstützt werden. Die Aktivitäten sollen die Mobilität von Arbeitnehmern und Unternehmen sowie die Entwicklung eines grenzübergreifenden Arbeits- und Ausbildungsmarktes fördern. Insofern werden mit den Maßnahmen auch die Initiativen und Projekte im Schwerpunkt „Innovation und Technologietransfer“ des EU-Förderprogramms INTERREG V unterstützt.

 

Die regionalen Partner aus Weser-Ems und aus dem Norden der Niederlande haben ihre Ziele und Schwerpunkte der zukünftigen Entwicklung und Zusammenarbeit in der „Strategie No(o)rd“ zusammengefasst. Diese wurde bereits bei der Ausarbeitung des Kooperationsprogramms Deutschland-Nederland berücksichtigt und bildet die Basis sowie den Orientierungsrahmen für die Förderung grenzübergreifender Projekte.

 

In dem Zusammenhang soll die „Strategie No(o)rd“ auch gerade für das Dachprojekt „Arbeitsmarkt“ den inhaltlichen und zielgerichteten Leitfaden für die Ausrichtung der verschiedenen Aktivitäten darstellen. Darüber hinaus werden auch nationale Initiativen wie die „Fachkräfteinitiative“ des Landes Niedersachsen sowie strategische Initiativen auf niederländischer Seite (Human Capital Noord-Nederland, Topsectorenplan, Actiepact Jeugdwerkloosheid, ESF) einbezogen.

 

Inhalt

Das Projekt dient der Entwicklung eines grenzübergreifenden Arbeits- und Ausbildungsmarktes im Kooperationsprogramm INTERREG V A Deutschland-Nederland, um dem drohenden Mangel an qualifizierten Arbeitskräften zu begegnen und die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft in der Grenzregion zu steigern.

 

Vorhandene Initiativen der unterschiedlichen lokalen und regionalen Akteure sollen systematisch in diesem Dachprojekt integriert, aufeinander abgestimmt und miteinander verknüpft werden. Grundlegend ist es hierfür, Transparenz für diesen Bereich in der Gesamtregion Nordniederlande und Weser-Ems zu schaffen. So soll die Zusammenarbeit intensiviert und paralleles Arbeiten aus Unkenntnis der vorhandenen Initiativen vermieden werden.

 

Der Fokus der Aktivitäten ist auf den Bedarf der regionalen Wirtschaft in der Grenzregion ausgerichtet. Die Basis des Projekts ist die strategische und langfristige Vernetzung aller Arbeits- und Ausbildungsmarktpartner in der gesamten Region.

 

Projekte, die im Dachprojekt Arbeitsmarkt verwirklicht sollen, werden soweit möglich mit bestehenden Instrumenten, Maßnahmen, Aktivitäten und Mitteln verknüpft.

 

 

 

Vier Teilinitiativen werden im Projekt realisiert:

 

1. Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen

Ziel ist es, gute Basiskenntnisse und Informationskompetenz über die sozialökonomische Situation der Grenzregion aufzubauen und zu unterhalten. Eine Arbeitgeberberatung soll Unternehmen helfen, geeignetes qualifiziertes Personal zu finden. Durch ergänzende Weiterbildung werden Unterschiede in der Ausbildung ausgeglichen. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit in der Grenzregion soll stimuliert werden.

 

2. Arbeitskräfteangebot/Arbeitslosigkeit

Große strukturelle Veränderungen des Arbeitsmarktes (Betriebsschließungen, Massenentlassungen) werden schnellstmöglich kommuniziert, so dass kurzfristig auf diese Entwicklungen reagiert werden kann.

 

3. Mobilität von Erwerbspersonen

Es werden Grenzinformationspunkte eingerichtet, die Arbeitgeber, Grenzpendler und Interessierte über grenzübergreifendes Arbeiten und Wohnen umfassend informieren. Außerdem wird ein internetbasiertes Werkzeug (Tool) entwickelt, das durch eine individuelle Erstinformation Interessenten eine Einschätzung ihrer Perspektive im Nachbarland ermöglicht. Unterstützende Maßnahmen zur Erreichbarkeit der Arbeitsstelle sollen die Arbeitsaufnahme im Nachbarland erleichtern.

 

4. Entwicklung eines grenzübergreifenden Ausbildungsmarktes

Schüler, Studenten und andere Interessierte werden über die Ausbildungsmöglichkeiten und Berufschancen im Nachbarland informiert. Berufsorientierte Praktika sowie praxisorientierte Module in Nachfrage relevanten Berufen sollen in den Ausbildungen grenzübergreifend verankert werden. Ein Wissensportal wird als Anlaufstelle für Unternehmen und Studenten bzw. Schüler dienen, um grenzübergreifende Untersuchungsanfragen der Unternehmen zu bündeln und an interessierte Studenten oder Schüler zu vermitteln. Um Hindernisse durch mangelnde Sprachkenntnisse abzubauen, sollen kurzfristig Sprachkurse angeboten werden. Langfristig wird angestrebt, die Nachbarsprache als zweite Fremdsprache an Schulen im Grenzgebiet zu integrieren.

 

Organisation

Die Förderung der Teilaktivitäten/Teilprojekte wird beim Lead Partner für das Dachprojekt beantragt. Unter Beachtung der Förderziele des INTERREG V A-Programms Deutschland-Nederland gelten die im Programm genannten Auswahlkriterien. Innerhalb des Dachprojektes werden Kofinanzierer und Projektpartner eng am Entscheidungsprozess beteiligt und über die Teilmaßnahmen in beratenden und beschlussfähigen Gremien über die Bewilligung entscheiden.

 

Über sämtliche Aktivitäten innerhalb des Projektes ist ein ständiger interner und externer Austausch die Basis der Zusammenarbeit. Der Lead Partner sorgt durch Information der Öffentlichkeit dafür, dass das Netzwerk im Lauf des Projektes immer enger geknüpft wird und trägt dazu bei, dass das Ziel der Transparenz sämtlicher Aktivitäten im Bereich Arbeits- und Ausbildungsmarkt erreicht wird.

 

Struktur des Dachprojektes

Innerhalb des Dachprojektes "Arbeitsmarkt" soll beurteilt werden können, ob Initiativen zu der Entwicklung eines grenzübergreifenden Ausbildungs- und Arbeitsmarktes beitragen und ob alle vorgesehenen Themengebiete bearbeitet werden. Durch die strukturelle Zusammenarbeit wird das Wissen der Arbeits- und Ausbildungsmarktpartner aus verschiedenen aktuellen und vergangenen Initiativen zusammengetragen sowie Informationen und Material auch aus anderen Projekten allen Beteiligten zugänglich gemacht.

 

Die regionalen Arbeits- und Ausbildungsmarktpartner sind für die Ausgestaltung und Ausführung von Projekten im Rahmen des Dachprojektes verantwortlich.

 

Es wird ein Beirat eingerichtet, der das Dachprojekt mit seinen Arbeitspaketen inhaltlich begleitet und als neutrales Gremium über neue Projektvorschläge beschließt. Im Beirat werden die Provinzen, Gemeenten, UWV, Arbeidsmarktregio, Wirtschaftsförderung, Agentur für Arbeit sowie das Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems vertreten sein.

 

Es werden drei Arbeitsgruppen eingerichtet, in denen die Experten des jeweiligen Themengebietes den Fortschritt der Arbeitspakete begleiten sowie neue Projektvorschläge und aktuelle Themen und Initiativen beraten. Durch die gemeinsame Tätigkeit in der Arbeitsgruppe erfolgt der Wissenstransfer und die Vernetzung der Experten.