Arbeitgeberberatung

Die Arbeitgeber im Grenzbereich bei der Suche nach Arbeitskräften und Praktikanten aktiv zu informieren, unterstützen und begleiten steht im Fokus des Projektes “Arbeitgeberberatung”.

 

Häufig suchen Arbeitgeber Personal lediglich an “ihrer” Seite der Grenze, obwohl er häufig auf der anderen Seite sehr geeignete Bewerber vorhanden sind. Durch die aktive Ansprache der Arbeitgeber wächst das Bewusstsein für die grenzübergreifende Bewerbersuche und es entsteht eine gute Zusammenarbeit zwischen den Arbeitsvermittlungsorganisationen und Arbeitgebern in der Grenzregion. Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Auszubildende finden einfacher zueinander und Arbeitgeber werden nicht seperat von verschiedenen Initiativen angesprochen.

Praktika und MiLoG

nov '16

Bezüglich unserer Fragen hinsichtlich der Anwendung der MiLoG auf Praktika aus den Niederlanden nach Deutschland erhielten wir eine Antwort vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Wir möchten Sie hiermit über den aktuellen Sachstand informieren.

 

Wir haben die Reaktion von BMAS dem Zoll übersandt, der gleichfalls bestätigt hat, dass das MiLoG in diesen Situationen nicht angewendet werden muss. Dabei ist wichtig, dass die Kandidaten zur Zielgruppe gehören, die vom MiLoG ausgeschlossen ist. Sorgen Sie daher dafür, dass in Verträgen diese Zielgruppe deutlich benannt wird und stimmen Sie dies mit dem für Sie zuständigen Zoll ab. Es muss für jede einzelne Situation bewiesen werden, dass es sich tatsächlich um diese Kategorie handelt.

 

Zusammengefasst bedeutet die Antwort, dass, wenn es sich um Kandidaten handelt, die in Deutschland durch eine aktive Vermittlung in den Arbeitsmarkt wiedereingegliedert werden, das MiLoG für diese Kandidaten nicht gilt. Diese Interpretation kann auch für niederländische Kandidaten angewendet werden, wenn feststeht, dass die Kandidaten durch eine Sozialversicherungsinstanz oder eine behördliche Einrichtung (Gemeinde) vermittelt werden. Die Kandidaten dürfen mit der Partei, die an der Wiedereingliederung beteiligt ist, nicht in einer privatrechtlichen Verbindung stehen. Es handelt sich um Kandidaten, die durch eine aktive Vermittlung in den Arbeitsmarkt wiedereingegliedert werden. Der deutsche Arbeitgeber hat diese Zielgruppe in SGB II und SGB III von der Anwendung des MiLoG ausgeschlossen. Diese Ausnahme gilt auch für vergleichbare Situationen, wenn es um niederländische Kandidaten betrifft,

 

Anbei ein Auszug aus der Reaktion des BMAS, in dem die Gleichheit der niederländischen und deutschen Kandidaten bestätigt wird:

 

“Der hinter der Klarstellung stehende Grundsatz ist aber allgemeiner Natur und nicht auf das deutsche Sozialversicherungssystem beschränkt. Soweit die berufspraktische Phasen Niederländischer Arbeitsuchender Teil des Niederländischen „Sozial Verhältnisses“ sind, kann es auch in diesen Fällen an einem (mindestlohnpflichtigen) Praktikums Verhältnis zwischen dem aufnehmenden Unternehmen und dem Arbeitssuchenden fehlen.“

 

 

Wir sind dem BMAS und dem Zoll dankbar für die rasche und konstruktive Zusammenarbeit. Wir empfehlen, die Verträge für temporäre Praktika bei den zuständigen Behörden in Ihrem Bereich auszurichten.